2016 - Boystown

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

2016

Chronik
41466 Neuss, 17.01.2017
Dr. Michael Dörr im Auftrag der Pfarrgemeinde St. Elisabeth und Hubertus, Neuss
                              
„Liebe Mitglieder des Arbeitskreises,

ganz herzlich wünsche ich Ihnen frohe Weihnachten 2016 und ein gnadenvolles neues Jahr. An dieser Stelle möchte ich mich bedanken für die Hilfe, die wir schon bekommen haben. Ihnen alles Gute, viel Freude und ebenso viel Gottes Segen.
 
Ihr J. Porunnedom“

Mit diesen Worten grüßt uns Bischof Jose Porunnedom auf dem Postweg. Auch ich darf mich, sehr geehrte Damen und Herren und Förderer unseres Boystown-Projektes, diesen guten Wünschen anschließen.
Schließlich richtet auch Bruder Siby, der Direktor unseres Heimes Boystown allen Freunden des Projektes herzliche Neujahrsgrüße aus und bedankt sich vielmals für unsere Unterstützung. Per Telefon konnte ich mich über eine Viertelstunde mit dem Heimleiter, der perfekt Deutsch spricht, austauschen. Er war mehr als zehn Jahre in Italien und hat von dort oft Deutschland besucht und hier in einzelnen Unternehmen gearbeitet.
 
Boystown weist zurzeit 15 Schüler und zwei Studenten auf. Sie alle halten sich über die Feiertage zu Hause auf und kehren Mitte Januar 2017 wieder zurück.
 
Boystown nun Wohltätigkeits-Herberge
 
Bruder Sibys ausführlichem Bericht aus November letzten Jahres sind viele interessante Neuigkeiten zu entnehmen. Er wird durch ein Zitat von Papst Franziskus eingeleitet:
 
"Weder kann ein Beitrag der „Friedensbildung" andauern,
noch werden Harmonie und Glück erreicht werden,
in einer ignoranten und abschiebenden Gesellschaft,
die einen Teil ihrer selbst ausschließt,
 sie verliert sonst etwas Wesentliches.
Wir dürfen niemals der Wegwerfkultur erlauben in unsere Herzen einzudringen!
Über niemanden darf man verfügen!
(Papst Franziskus)

Die Mission von Boystown, einem Heim, das der syromyalabarischen katholischen Diözese von Mananthavady angehört, besteht in der Aufgabe, gefährdeten Kindern  und Familien Liebe, Unterstützung und Bildung zu vermitteln, also Grundlagen für ein erfolgreiches Leben. Die Institution ist aus der Überzeugung geboren, dass jedes Kind und jede Familie unabhängig vom Hintergrund und von den Umständen das Potenzial haben, sich positiv zu entwickeln. In Boystown glaubt man fest daran, dass es keine schlechten Jungen sondern allenfalls schlechte Umwelt, schlechtes Training, schlechte Beispiele und schlechtes Denken gibt. „Mehr oder weniger gehören die armen, unschuldigen, unglücklichen kleinen Kinder zu uns, und es muss unser Anliegen sein, ihnen jede Chance zu geben, sich zu guten Männern und guten Frauen zu entwickeln. "(P. Edard J. Flanagan)
 
Dies ist so, weil Armut, Analphabetismus und Abgrenzung nicht nur die direkt Betroffenen, sondern die Gesellschaft als Ganzes heimsuchen. Wenn Boystown sich um ein gefährdetes Kind kümmert und es schützt, wirkt sich dies über alle Maßen positiv aus. In unserer Gesellschaft gibt es Kinder, die mit Eltern aufwachsen, die über nur unzureichende Mittel, Zeit und Umstände verfügen, um ein gesundes Wachstum für ihre Kinder zu gewährleisten. Wie alle anderen Kinder haben auch letztere Potenzial; sie brauchen nur jemanden, der ihren Herzen Hoffnung vermittelt und sie unterstützt, um eine Basis zu erlangen. Boystown bietet beides. Zur Zeit sind es 16 Kinder zwischen 13 und 18 Jahren.

Es sammeln sich hier viele helfende Hände, um die Zukunft unserer Jungen positiv zu gestalten. Die Geschichte und Entwicklung von Boystown verdanken wir alle unseren Gönnern. Boystown hat nämlich keine eigenen Finanzquellen. Unsere Stärke sind unsere Wohltäter. Die Liebe und Fürsorge von Dr. Michael Dörr und seinen KollegInnen verdient besondere Erwähnung. Es ist die Partnerschaft, inspiriert von christlicher Liebe, zwischen der St. Elisabeth und Hubertus Pfarrgemeinde in Neuss-Reuschenberg und der Diözese Mananthavady in den letzten Jahrzehnten, die zur Verwirklichung der Träume von Hunderten von Kindern beigetragen hat, um eine formale Schulbildung zu erhalten. In jetzigem großen Jubiläumsjahr der Barmherzigkeit kann man sich nur mit Dankbarkeit an alle unsere Freunde in Neuss-Reuschenberg erinnern: all diejenigen, die die Federführung innehaben und all diejenigen, die an dieser jahrzehntelangen Initiative der christlichen barmherzigen Liebe beteiligt sind. Viele Katholiken und Nichtkatholiken, Pfarreien und Verbände aus der und um die Diözese Mananthavady öffnen ihr Herz für die Bedürfnisse von Boystown und arbeiten im Rahmen unserer gemeinsamen Mission zusammen.
Das akademische Jahr 2016-17 begann am 27. Mai, nur wenige Wochen nach der SSLC- Prüfung und den veröffentlichten Ergebnissen der Bildungsabteilung des Staates Kerala. Alle Schüler absolvierten erfolgreich die Abschlussprüfung des vorigen Jahres. Das 100-prozentige Bestehen der Schüler in der 10. Klasse hat den Jüngeren zu Hause große Freude und Hoffnung vermittelt. Deren Eröffnungsgespräch war auch noch einmal ein Anlass, den Jungen, die das Heim verlassen, zu gratulieren. Sie sind der Stolz der ganzen Einrichtung. Wir freuen uns, dass alle ihre Ausbildung fortsetzen und wir vergessen keinesfalls unsere Aufgabe, sie auch weiterhin zu unterstützen, weil sie schließlich ein Teil der Boystown-Familie sind. Albin, Sebin und Umesh besuchen in Schulen in der Nähe ihres eigenen Wohnortes die Klasse 11. Wir freuen uns, dass ihre Eltern ein Stadium erreicht haben, das es ihnen ermöglicht, ihre Kinder teilweise zu unterstützen, und durch die Zugehörigkeit zu den eigenen Familien zu schützen. Athul setzt seine Studien in einem berühmten Internat  für Jungen bestimmter Herkunft fort, das direkt von der Regierung in Kerala betrieben wird. Prejish hat sich für eine Berufsausbildung entschieden und nimmt an einem Diplomkurs für Hotelmanagement in einer Jugendherberge in deren Nähe teil. Amal Jose ist Mitglied des Priesterseminars der Kongregation der hl. Therese des Jesuskindes mit dem Bestreben, katholischer Priester zu werden. Mithun hat uns nach seinem Abschluss in der 12. Klasse verlassen, um sein Studium aufzunehmen. Jomit, der die 12. Klasse hervorragend abschloss, erhielt einen Studienplatz im Fach Geschichte im renommierten „Brennen-Kolleg“ und er wohnt nun in einer nahegelegenen Herberge. Rahul, der nur in einer 9. Klasse war, verließ Boystown ebenfalls, denn mit Hilfe und Mitarbeit des Kinderhilfskomitees, einer Regierungsstelle, konnten wir eine katholische Familie finden, die die Erziehung und den Schutz Rahuls für den Zeitraum von vier Jahren gewährleistet. Obwohl er bei uns sozial integriert war, sind wir froh, dass Rahul, der Waise ist, nun eine Familie hat.
Ein äußerst vielversprechender Schüler, Sarath, verließ Boystown ebenfalls, da seine Mutter als einziges Elternteil, ein Haus gebaut hat, in dem sie mit ihren Kindern nun leben kann. Sicherlich sind die Erfolgsgeschichten unserer Schüler im Vergleich zu vielen SchülerInnen in anderen Schulen nicht die besten, aber wenn Boystown keinen Beitrag zu ihrem Leben geleistet hätte, hätten viele von ihnen überhaupt keine Schulbildung und einen Abschluß erhalten. Daher beste Wünsche an sie alle. Wir planen momentan die Organisation eines Ehemaligen-Treffens.

Trotz der großen Freude über diese Entwicklungen begann das Jahr aber auch mit einer Verwirrung und zwar über die Rechtsstatus unserer Institution. Gemäß Vorgabe der Zentralregierung der indischen Union hat der Oberste Gerichtshof Indiens alle Institutionen dem Kontrollrat für Waisenhäuser und karitative Einrichtungen in Kerala unterstellt, um ihre Aktivitäten gemäß Jugendrecht zu registrieren. Boystown wäre dem Kontrollrat zu melden,  aber nach den Richtlinien unserer Diözesankurie und auf Grund der Beispiele vieler Kinderheime in Kerala haben wir uns gegen eine Registrierung entschieden, da wir keine Zöglinge aus den im Gesetz erwähnten Kategorien haben. Einmal registriert müssen wir jugendliche Delinquenten zusammen mit regulären Schülern führen, was sicherlich deren akademische Leistung und Charakterbildung beeinflusst. Unsere Entscheidung war grenzwertig hinsichtlich  der Registrierung unter dem Kerala-Vorstand für Waisenhäuser. Kurz gesagt verfügen wir nun – seit dem 30. September dieses Jahres - über keine offizielle Regierungsanmeldung. Wir änderten vielmehr den Rechtsstatus unserer Einrichtung und firmieren nun unter einer „kostenfreien Unterkunft für Bedürftige“, die wir „Boystown Charitable Hostel (Wohltätigkeits-Herberge)“ nennen. Vom praktischen Standpunkt aus gibt es keine wesentlichen Veränderungen, außer dass wir die Zulassungsmodalitäten für eine Weile ausgesetzt haben, was zu einem drastischen Rückgang der Gesamtstärke der Schüler im Vergleich zu den Vorjahren führte. Nachdem wir die Unklarheiten mit den Regierungsbehörden geklärt hatten, eröffneten wir das Zulassungsverfahren erst Ende Mai wieder und wir vermissen viele Bewerber. Wir arbeiten weiter mit den Schülern, die wir im letzten Jahr hatten, und wir nehmen auch nur Kinder mit sehr schwierigem Hintergrund auf. Auch wenn unsere Entscheidung die beste in der momentanen Situation ist, hat sie viele Konsequenzen. So können wir keine Vollwaisen und keine Kinder, deren Eltern auf Grund deliquenten Verhaltens verurteilt wurden, aufnehmen. Die Regierung hat für diese Kinder spezielle Strukturen entwickelt. Darüber hinaus erhalten wir keine finanzielle Unterstützung oder profitieren von Vorteilen staatlicher Stellen.
 
In diesem Jahr haben wir sechs Neuaufnahmen. Drei von ihnen sind in der 8. Klasse und die anderen drei beginnen ihr erstes Schuljahr. Von einem Anstieg der Bewerberzahl ist angesichts der zunehmenden Verfügbarkeit der auch in den abgelegenen Dörfern inzwischen vorhandenen Grundschulen auszugehen. Er lässt sich aber nicht für die Hochschulen prognostizieren. Die größeren Schüler, die wir in diesem Jahr aufgenommen haben, kommen aus hiesigen Orten; sie haben keine weiterführenden Schulen in der Nähe, daher müssen sie bei Besuch einer Gesamtschule in Herbergen übernachten, die ihre Familien sich nicht leisten können. Boystown hilft ihnen dabei, ihren Traum für die weiterführende Ausbildung zu erfüllen.
Zur besseren Bewältigung der akademischen Ausbildung werden die meisten unserer Schüler der Bruder George Kizhakkachalil Gedenk-Schule zugeführt, die im Besitz unserer eigenen Gemeinsamen Diözesan-Erziehungs-Gesellschaft ist. Obwohl sie 10 Kilometer von Boystown entfernt liegt, bietet die Schule einen unvergleichlich besseren Service als die staatliche Gesamtschule in Thalapuazha, die unsere Schüler bis zum letzten Jahr aufnahm. Als Einrichtung der Diözesanverwaltung ist die Beziehung zwischen den Lehrern und dem Personal von Boystown sehr herzlich und wir erhalten regelmäßige Rückmeldungen und eine kontinuierliche Unterstützung durch die Schulbehörde. Das Personal der Schule bemüht sich über alle Maßen, damit unsere Schüler, die aus einer sehr schwierigen familiären Situation kommen, das Niveau ihrer Kameraden erlangen. Wir hoffen, dass die 20 Kilometer lange Strecke, die sie jeden Tag in öffentlichen Verkehrsmitteln machen müssen, Ende des Jahres belohnt wird.

Eine Gruppe von 7 Schülern bereitet sich auf die Immatrikulationsprüfung in diesem Jahr vor. Die Schule und Boystown arbeiten Hand in Hand, so dass unsere Schüler ihre Fähigkeiten optimieren können. Unter ihnen befindet sich auch Simon, der regelmäßig eine Reihe von Best-Noten erhält, und daher einen sehr vielversprechenden Eindruck macht. Die Hochschulkandidaten nehmen an einem regelmäßigen zusätzlichen Abendunterricht zu allen Themen teil. Boystown unterstützt diesen Versuch und die Schule hilft entsprechend.
 
Die Kinder aus Boystown sind auch in unterrichtsübergreifende Aktivitäten in der Schule eingebunden. In diesen Wochen nehmen sie an Kunst- und Sportfestivals in ihren Schulen teil und unsere Schüler warten gespannt auf die Wettbewerbe. Als Ergebnis seiner ausgezeichneten Leistung wurde Vipin die Verlängerung seiner kostenlosen Mitgliedschaft beim Schüler-Polizei-Nachwuchs zuteil, einer Initiative der staatlichen Polizei-Abteilung, die das Ziel hat, Personen auch schon im jüngeren Alter zu einer gesetzestreuen und sozial verantwortlichen Persönlichkeit zu entwickeln. Wir sind stolz auf ihn, weil diese Mitgliedschaft nur wenigen Schülern vorbehalten bleibt.
Unsere Schüler, die aus einem sehr schwierigen familiären Umfeld kommen, sollen Hilfe vor Ort erhalten. Hochwürden Bruder Sebastian Puthen und seine Kollegen, die in renommierten Institutionen in Indien und im Ausland professionell ausgebildet wurden und für diese Aufgabe zuständig sind, bieten uns freiwillige Unterstützungsleistungen an wie psychologische Hilfe und Beratungsangebote. Diese Zusammenarbeit zielt darauf ab, Boystown auf der Grundlage der dortigen hochwertigen Erziehung in ein Zentrum für akademische Spitzenleistung und Persönlichkeitsentwicklung zu überführen. Monatliche Besuche unserer Ärztin Frau Manjush hilft sicherzustellen, dass die Kinder gut genährt und gesund sind. Die hiesigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten aber auch zusammen, um das Augenmerk der  Kinder auf die persönliche Hygiene und die Sauberkeit der Räumlichkeiten zu lenken, letztlich um damit eine gesunde Entwicklung und ein gesundes Wachstum unserer Schützlinge zu gewährleisten.
Die Schüler nutzen ihre Arbeitszimmer für Indoor-Spiele und den Hof vor dem Gebäude  um während der Ferien Fußball und Cricket zu spielen. Abgesehen von der traditionellen allgemeinen Versammlung, die einmal im Monat durchgeführt wird, um künstlerische Leistungen und Theaterfähigkeiten zu fördern, wird zusätzlich eine Stunde Gruppenspiele angeboten, um Führungsqualitäten und Teamgeist zu entwickeln. Die großen Festlichkeiten werden angemessen gefeiert und unsere Bewohner zeigen auf der Bühne wunderbare Shows. Um eine umweltfreundliche Einstellung zu fördern und gesunde Ernährungsgewohnheiten zu entwickeln, sind am Wochenende ein paar Stunden für die Gartenarbeit und Landwirtschaft vorgesehen.

Es ist an der Zeit, einige unserer Ziele, die wir in naher Zukunft erreichen müssen, zu nennen. Unser Haus hat keine ausreichende Ausstattung für unsere Jungen, um Sport und Spiele zu üben. Wir freuen uns daher auf eine großzügige Unterstützung beim Bau von Spielplätzen neben dem Heim. Es sind auch Anstrengungen zu unternehmen, das bestehende Gebäude zu renovieren und die Klassenzimmer, die Schlafsäle und den Speisesaal zu renovieren und die Möbel auszubessern. Wir sind sicher, dass die göttliche Vorsehung, die Boystown bislang erfahren hat, uns helfen wird, die Gebete unserer Mitarbeiter und unserer Jungen zu erhören.

Da ich diesen Zwischenbericht für das Jahr 2016-17 vorbereite, bedanke ich mich herzlich bei allen Mitarbeitern für ihr Engagement und für ihr selbstloses Opfer. Die Ehrwürdigen Schwestern aus dem Franziskanerorden Sr. Pushpa und Sr. Littlena und Pfarrerin Annie (Psychologe) arbeiten mit mir zusammen, um die Jungen zu erziehen und sie zu guten Bürgern zu formen. Die Ehrwürdigen Schwestern vermitteln den Jungen mütterliche Liebe und schwesterliche Sorge. Bro Tomlin ein Seminarteilnehmer der Diözese ergänzt das Personal in diesem Schuljahr und er leitet die Kinder bei curricularen und außerschulischen Aktivitäten an. Frau Thankamani, die zur Köchin und Betreuerin der Gärten und Bauernhöfe ernannt wurde, garantiert einen sehr guten Geschmack. Jeder Erfolg ist das Ergebnis unserer Teamarbeit.
 

Ein besonderer Dank richtet sich an unseren Bischof Hochwürden Monsignore Jose Porunnedom, an die Diözesanbehörde und an alle unsere Wohltäter, die uns bei unseren Bemühungen zur Erfüllung der Mission von Boystown unterstützen. Herzlichen Dank an Dr. Dörr und seine KollegInnen, die trotz ihrer Verantwortung gegenüber den Flüchtlingen in ihrem eigenen Land ihren guten Willen zum Ausdruck bringen, ihre großzügige Unterstützung für unsere Einrichtung in Indien weiter zu gewähren. Ich bete darum, dass der Herr Sie alle für die Güte und Großzügigkeit belohnt, die Sie Boystown erweisen. Ich schließe mit den Worten von Winston Churchill: "Wir bestreiten unseren Lebensunterhalt durch das, was wir verdienen, aber wir gestalten unser Leben durch das, was wir geben.“
 
Bruder Siby Cheruthottil
Boystown Direktor“
 
Boystown - der voraussichtliche Etat 2017
 
Am 23.11.2016 übersandte Fr. Siby Cheruthottil uns erneut beste Grüße und Wünsche. Gleichzeitig übermittelt er den neuen Etatentwurf. Für die Reparatur des Daches sind 3.000.000 Rupien = 42.247 € erforderlich. Wenn 14.082 € hiervon durch anderweitige Einnahmen abgedeckt werden können, verbleiben 28.165 €, welche unsere Pfarre möglicherweise schultern könnte. Zumindest 24.000 € wären an Spendengeldern bereits verfügbar. Aber lesen Sie selbst:
 
"Ich hoffe, Ihnen, Ihrer Familie und den Boystown-Wohlgesinnten geht es gut. Nochmals vielen Dank für Ihre Mail, die Ihre Bereitschaft zur Unterstützung Boystown zum Ausdruck bringt.
Hier geht es uns allen gut. Grüße von all unseren Jungs. Sie beteiligen sich in diesen Tagen an verschiedenen Wettbewerben und anderen, über den Lehrplan hinausgehende Aktivitäten in der Schule. Wir schließen Sie alle in unsere Gebete ein.
Nachfolgend finden Sie ein detailliertes Budget für das Studienjahr 2017-18. Bitte verwerfen Sie das andere Budget, das ich vorbereitet und in Eile geschickt habe. Wie Sie vielleicht bemerken, gibt es einen großen Unterschied in Bezug auf die jährlichen Ausgaben und Einnahmen in diesem Budget. Ich habe die Gründe unter der Leistungsaufstellung erläutert.
Einige Dinge, die hier erwähnt werden müssen, sind die Schäden, die unser Gebäude in den vergangenen Jahren erlitten hat. Die Bedachung mit Zementblech ist nach den vorliegenden Normen gesundheitsschädigend und einige Zementstücke lösen sich und fallen auf den Boden. Deshalb benötigt das Dach des Gebäudes eine dringende Reparatur und hierzu ist eine riesige Summe vonnöten. Ich bitte um Ihre Hilfe für diesen Zweck. Wenn es Ihnen möglich ist, uns in dieser Angelegenheit zu unterstützen, kann ich eine detaillierte Schätzung und eine spezielle Anfrage unseres Bischofs senden. Für meinen Teil versuche ich mein Bestes, um eine bessere finanzielle Unterstützung vor Ort zu erhalten. Sonntags besuche ich verschiedene Pfarreien und wende mich an die dortigen Menschen, um sie um Unterstützung zu bitten. Die Resonanz der hiesigen Gläubigen hierauf ist auch sehr positiv, aber trotzdem ist es eine riesige Summe.
 
Ich danke Ihnen allen für Ihre Gebete und Unterstützung anlässlich des traurigen Ereignisses des Todes meiner geliebten Mutter. Sie war nur 62 und sie starb in weniger als drei Minuten auf Grund eines Herzinfarktes. Es ist immer noch schmerzhaft für mich.

Mit liebevollen Grüßen an Sie alle
Fr. Siby Cheruthottil
Direktor von Boystown"
 
Eine Zusammenfassung des Etats bietet folgendes Bild (Die detaillierten Posten sind im Internet abrufbar):
 
Boystown
Varayal P. O., Manathavady, Kerala, Indien
Haushaltsplan 2017-2017
 
Gesamteinnahmen: 1.000.000 Rupien (14.082 €)
 
Gesamtausgaben: 4.901.252 Rupien (69.021 €)
 
Differenz = Fehlbetrag: 3.901.252 Rupien (54.939 €)
 
 
Etat
Unsere Spendeneinnahmen in 2016 betrugen stolze 7.072.34 €.
 
Seit 01.07.2016 berechnet die Sparkasse Neuss als zuständiges Bankinstitut leider Kontoführungsgebühren. Man gewährte uns allerdings hierauf dankenswerterweise einen Rabatt von 50 %, so dass insgesamt nur 60,24 € an Kontoführungsgebühren als Ausgaben zu Buche schlugen. Angespart sind nunmehr fast 24.000 €, die für die Dachsanierung des Heimes in diesem Jahr vorgesehen sind.
 
Ihnen allen ein herzliches „Vergelt’s Gott“ für Ihre finanzielle Unterstützung, nicht nur aus meiner Feder sondern auch im Namen der in Boystown lebenden Kinder und der dortigen Verantwortlichen!
 
Ausblick
 
Bischof Porunnedom schreibt aktuell:
 
„Lieber Herr Dr. Dörr!
 
Grüβe aus Mananthavady! Ich bedanke mich ganz herzlich bei Ihnen für die glückliche Botschaft zum Jahr 2017. Ich bin Ihnen und allen Ihren Kollegen und Kolleginnen sehr dankbar dafür, dass Sie sich für die Dachreparatur von Boys Town so stark engagiert haben. Sicher haben Sie einen tollen Job gemacht. Ich bewundere Sie, wie Sie dafür Zeit finden, inmitten Ihrer amtlichen Pflicht. Fr Siby hat mich über den von Ihnen erwünschten Besuch informiert. Leider bin ich nicht in der Lage, eine Auslandsreise in diesem Jahr zu übernehmen. Fr Siby wird Sie besuchen und das Nähere erklären. Er bereitet sich  schon auf die Reise vor. Meine Gesundheit hat sich sehr verbessert. Aber der Nackenschmerz bleibt bestehen. Schreiben auf Computer ist jetzt sehr schwierig. Vor allem nachts werde ich in diesen Tagen früh zu Bett gehen. Tagesüber gibt es immer zu viele Programme. Außerdem gibt es auch viele Besucher. Anders als in Deutschland kommen die Leute hier zu jeder Zeit und klopfen an die Tür. Es tut mir sehr Leid für die Verzögerung in der Beantwortung. Hoffentlich geht es Ihnen gut. Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes neues Jahr. Bitte grüβen Sie Ihre Frau und die Mitglieder des Arbeitskreises.
 
Mit freundlichen Grüβen
Ihr
Bischof Jose Porunnedom“

Leider wird der hohe kirchliche Würdenträger uns nun also nicht besuchen können. Dafür aber wird der Heimleiter Pater Siby unserer Pfarre
 
am Samstag, den 18. März

seinen Besuch abstatten, worüber wir uns sehr freuen. Der Geistliche wird um 17 Uhr in St. Hubertus die Messe zelebrieren. Anschließend sind Sie herzlich eingeladen, Pater Siby im Veranstaltungsraum des St. Hubertusstiftes neben der Bücherei, Aurinstr. 2 a, 41466 Neuss, persönlich zu begrüßen und Neuigkeiten rund um das Waisenheim zu erfahren.
 
Bitte teilen Sie mir zur weiteren Planung per Mail (doerr@boystown.de) mit, ob Sie teilnehmen können.Bis spätestens zu diesem Termin verbleibe ich
herzlichst
Ihr Michael Dörr
 
 
Boystown-Konto der Katholischen Kirchengemeinde St. Elisabeth und Hubertus:
IBAN :  DE44 3055 0000 0000 2313 73
BIC :  WELA DE DN

Ausgaben (Rupien) im Detail 2017

 

 

Viehhaltung

109.980

Um die wachsenden Kosten für den Fleischkonsum zu erfüllen und gesunde Lebensmittel zu sichern, denken wir über die Möglichkeit, einen Fischteich anzulegen und eine kleine Geflügelfarm zu errichten. Dies kann auch zu erheblichen Einnahmen führen.

Kleidung und Kleidung

87.240

Stromkosten

51.200

Die Stromkosten werden ab diesem Jahr mindestens verdoppelt, da wir auf die Anerkennung des Heimes durch die Regierung verzichtet haben.

Geschenke und Spenden

15.060

Medizinkosten

6.540

Messaufwendungen

Tageszeitungen, Papier & Zeitschriften

17.424

Haushaltsartikel

1.440

Gartenarbeit (Blumen und Gemüse)

100.000

Die erwarteten Kosten sind erheblich gestiegen, weil wir uns darauf freuen, ein Gewächshaus  zu bauen, um dort während der Monsunzeit und im Hochsommer Gemüse zu kultivieren.

Druckerei & Schreibwaren

42.912

Gehälter und Löhne 483.840

483.840

Reparatur und Wartung

3.000.000

In diesem Jahr wird ein riesiger Aufwand erforderlich sein, weil das Dach des Gebäudes in diesem Jahr repariert werden soll.

Liturgische Aufwendungen

4.800

Haushaltsgeräte und Zubehör

64.920

Fahrzeugwartung

73.080

Studienaufwand

29.220

Lizenzen und Steuern

20.000

Da wir die Regierungsregistrierung ab dem laufenden Geschäftsjahr abgesagt haben, müssen wir Steuern zahlen.

Aufwendungen für Sport und Kultur 57.840

Porto und Telefon 

8.160

Wir haben eine Internetverbindung, die zu den üblichen Ausgaben hinzugefügt wird.

Reisekosten

98.440

Bibliotheksbücher

30.900

Möbel und Einrichtung

98.000

Die Tische und Bänke im Speisesaal und in den Klassenzimmern waren für kleinere Jungen bestimmt und sie sind zu modifizieren, da wir Schüler aus den weiterführendem Zweig und Studenten beherbergen.

GESAMTAUSGABEN

4.901.252

Anmerkung: Eine normale Erhöhung von 20% wird in diesem Jahr unter allen Ausgabenköpfen erwartet. Die Posten, die eine außerordentliche Kostenerhöhung aufweisen, sind in Kursivschrift erläutert.

 

 
Suchen
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü