2011 - Boystown

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

2011

Chronik

Namasté, sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Förderer unseres Boystown-Projektes,

wieder ist ein Jahr verstrichen und ich begrüße Sie zu dem turnusmäßigen Rückblick auf die Ereignisse rund um Boystown, dem von unserer Pfarre seit Jahrzehnten unterstützten Waisenheim in Kerala / Indien.
 
Zunächst vermag ich mit einer sensationellen Nachricht aufzuwarten: In diesem Jahr haben wir eine Rekordspendeneinnahme zu verzeichnen, und so möchte ich Sie zunächst  hinsichtlich der Finanzsituation nicht weiter auf die Folter spannen:
 
Etat
 
An Einnahmen verzeichneten wir 2011:
 
Einzelspenden                 12.342,18 €
 
sonstige Einnahmen         8.960,31 €
 
Zinsen                                 46,36 €
 
Gesamt                          21.348,85 €            
 
 
Aus Aktivitäten der Pfarre erhielt unsere Initiative u. a. den stattlichen Betrag von 6.500 €. Zusätzlich wurden die Unkosten im Rahmen des Bischofsbesuches in Höhe von 38,09 € übernommen. Für die immer wohlwollende Behandlung unseres Projektes ein herzliches Dankeschön an den ElisabethHubertusRat und den Kirchenvorstand!
 
 
Außerdem resultierten aus der Corneliusoktav 646 €. Das Theater-ensemble Kabäuske stiftete 500 €, die Frauengemeinschaft steuerte 300 € bei.
 
 
Die Unterstützung durch einzelne Spender war ebenso opulent. Es gingen alleine drei Individualspenden in vierstelliger Höhe (5000 €, 1350 € und 1000 €) sowie  
 
zahlreiche weitere Beträge ein. Jede Spende -ob groß oder klein- stellt einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung der Kinder dar und vermag die Lebenssituation im Heim nachhaltig zu verbessern.  
 
 
Summa summarum können somit 21.348,85 € ohne jegliche Abzüge dem Heim bzw. seinem Leiter Bruder Dr. Joseph Nedumkallel direkt überlassen werden. In diesem Gesamtbetrag ist auch eine Summe von 550 € als Messstipendien enthalten. Hierfür werden dementsprechend in der Diözese Mananthavady 110 Gottesdienste für Intentionen einzelner Gemeindemitglieder unserer Pfarre zelebriert.    
 
 
Seit 1999, dem Jahr, in dem ich die Bücher erstmalig führte, hatten wir in der Regel ein Spendenaufkommen von cirka 7.000 € jährlich zu verzeichnen. Die bisherige Maximaleinnahme stammt aus 2006. Damals standen unserem Projekt bereits etwas über 10.000 € zur Verfügung. Nun hat sich im letzten Jahr also dieser Betrag sogar verdoppelt.
 
Aus diesem Grunde möchte ich mich mit diesem Schreiben noch einmal besonders herzlich für die gewährte Unterstützung bei Ihnen allen bedanken.  
 
Die Spendenbescheinigungen wurden bereits zugestellt. Herzlichen Dank in diesem Zusammenhang an die Damen im Pfarrbüro Frau Renate Breuer und Frau Renate Gralla, die Boystown seit Jahren in bewährter Art und Weise als Bindeglied zwischen mir und der Geistlichkeit betreuen.   
 
Dankend erwähnen möchte ich außerdem – wie in jedem Jahr - die von der Zweigstelle Reuschenberg der Sparkasse Neuss  unentgeltlich geleistete Kontoführung.
 
 
Die einzige – unvermeidbare – zusätzliche Ausgabe betrug 5,10 € als Gebühr für die Einlösung des Bischof Jose überlassenen Schecks. Bei Zuweisung von 28.350 € an das Heim für die beiden Jahre 2010 und 2011 sind diese Overhead-Kosten sicher nur von marginaler Bedeutung:
 
  
 
Zahlung nach Indien        28.350,00 €
 
Scheckgebühren                        5,10 €
 
Gesamt                           28.355,10 €.
 
 
Bischof Jose zu Gast

Ein Mann liegt nach seinem Fischfang am Strand und schaut in die Luft. So angetroffen, fragt ihn ein zweiter, warum er denn auf dem Sand läge und nichts in Angriff nähme. Er könne doch viel mehr erreichen, wenn er nochmals Fische fangen würde." "Warum", antwortet der Untätige gelassen, "sollte ich jetzt noch mehr Fische fangen?" "Nun, um weitere Einnahmen zu erhalten, ein größeres Boot zu kaufen und Helfer einzustellen!" Der Gelassene runzelt die Stirn und bemerkt: "Ich verstehe immer noch nicht, wozu dies gut sein soll." "Aber das ist doch einleuchtend," erwidert der Gesprächspartner, "du verdienst viel Geld. Vor allem aber wirst du glücklich sein!" Mit Unverständnis entgegnet der Fischer: "Aber das bin ich doch schon!"

Diese Episode gab Bischof Jose in kleinem Kreis zum besten und spielte damit auf die Natur der Inder an, die Welt manchmal gelassener zu betrachten, als sich dies  Deutsche vorstellen können.
Im Gespräch waren sich der hohe kirchliche Würdenträger und ich einig: so positiv sich das Leben in Deutschland sicher gestaltet, täten ein klein wenig mehr Zufriedenheit, Unaufgeregtheit und Gleichmut entsprechend der indischen Mentalität auch so manchem deutschen Mitbürger gut.

Seine Exzellenz Dr. Jose Porunnedom, Bischof der Diözese Mananthavady in Kerala/Indien, war zur Freude aller Gemeindemitglieder nach zweijähriger Pause am Samstag, 18. Juni 2011, wieder zu Gast in Reuschenberg. Begleitet wurde er von zwei Schwestern des Ordens "Mägde Christi" Regionaloberin Schwester Rosalit aus Neheim-Hüsten und Schwester Elsa aus Menden, die Neuss bereits aus vorherigen Stippvisiten kannte. Der Christu Dasi-Orden (=Mägde Christi) wurde übrigens seinerzeit von Erzbischof Jakob gegründet, der in der Gemeinde auch kein Unbekannter ist.

Gegen 15:00 Uhr gab es eine frohe Begrüßung der drei indischen Gäste - zunächst im privaten Kreis. Zwei Tage zuvor war Bischof Jose am Frankfurter Flughafen eingetroffen. Schnell stieß weiterer Besuch hinzu: Eine Spenderin ließ es sich nicht nehmen, sogar aus Köln anzureisen. "Indien ist ein Geheimnis - auch noch für mich", so fasste Bischof Jose seine ersten Ausführungen zusammen und hob damit auf die unergründliche Vielfalt der sozialen Schichten, Mentalitäten und Glaubens-richtungen in dem zweitbevölkerungs-reichsten Land der Erde, seiner Heimat Indien, ab.  

Um 17:00 Uhr begann dann pünktlich der feierliche Gottesdienst in St. Hubertus. Die Messe zelebrierte  Bischof Jose zusammen mit Pfarrer Michael Tewes. Die Mitwirkung des Kirchenchores und einer Flötistin unter der Leitung von Simone Euteneuer verlieh dem Ereignis eine feierliche Atmosphäre. In seiner Predigt wies der hohe kirchliche Würdenträger darauf hin, dass derzeit 28 Jungen im Heim untergebracht seien. 14 hiervon besuchen die Grundschule, weitere 14 die Hauptschule. Sie stammen allesamt aus zerrütteten Familien oder sind sogar Halb- oder Vollwaisen. Die Kinder seien dankbar für die von allen Freunden des Projektes dargebotene Chance. In der benachbarten Schule würden zurzeit weitere 58 Kinder geführt, die außerhalb wohnten.
Die Würdigung des Festes der Dreifaltigkeit am gleichen Tag war Bischof Jose ein besonderes Anliegen. Symbolhaft stehe die Dreifaltigkeit für Vielfalt und Einheit. Dieses Geheimnis entspräche der Natur Gottes, es könne nur im tiefen Glauben verstanden werden.
Weiter führte der Geistliche aus, dass die von der Gemeinde erbrachte Hilfe ein Ausdruck christlicher Liebe und menschenwürdigen Lebens sei. Die Kinder seien zudem sehr dankbar für die gewährte Unterstützung.

 
Der anschließende Empfang fand im benachbarten neuen Familienzentrum statt. Nahezu 70 Besucher nutzten die Gelegenheit, sich zusammen mit Bischof Jose über die Situation in Indien und Boystown auszutauschen.
 
Zunächst begrüßte Pfarrer Michael Tewes noch einmal alle Gäste und nahm auf die langjährige Tradition der Unterstützung des Heimes Boystown durch die St. Hubertus-Pfarre - jetzt St. Elisabeth und Hubertus-Gemeinde - Bezug. Ein besonderer Dank ging an Herrn Franz Bellenberg, der die Initiative über weite Strecken alleine betreute.
Dann überreichte Gemeindereferentin Jennifer Rechtmann dem Bischof unter großem Beifall die Spendenkollekte aus dem Gottesdienst in Höhe von 294,31 Euro.
 
Ich selbst kam anschließend der freudigen Pflicht nach, die Spendeneinnahmen aus den beiden letzten Jahren zu verkünden:
 
Neben einem Betrag für Messstipendien von 550 Euro konnten dem Bischof 16.700 Euro für das Jahr 2010, womit die Gesamtkosten dieses Jahres getilgt wurden,  und 11.100 Euro für das Jahr 2011 überlassen werden.
 
Mit letzterem Betrag wiederum ließen sich  die Reparatur von Mobiliar und die Anschaffung von Sanitärutensilien, Wartungen, Anstricharbeiten in Heim und Schule, Medikamente und generelle Reinigungs- und Säuberungsaktionen finanzieren. All diese Posten waren in einer genauen Aufstellung des Leiters des Waisenheimes Joseph Nedumkallel bereits vor Wochen übermittelt worden.
 
 
So überreichten Pfarrer Tewes, der Geschäftsführer der Kirchen-gemeinde Hans-Josef Uhr und die Vorsitzende des ElisabethHubertusRates Ursula Veittes Bischof Jose symbolhaft ein großes Scheckformular über 28.350,00  €.
 
Bischof Jose dankte allen, die zu dieser staatlichen Summe beigetragen hätten und bzw. oder für die Kinder beteten.
Auch wenn in Kerala inzwischen 18 % der Bevölkerung eine christliche Gesinnung zeigten, müsse noch viel Missionsarbeit betrieben werden. Die Christen teilten sich hierbei auf in die Katholiken syro-malabarischen, syro-malankarischen und lateinischen Ritus sowie Anglikaner und orthodoxen Christen. Immerhin gäbe es auch noch 25 % Ureinwohner in Indien.

Der nächste Programmpunkt behandelte  ein Medienprojekt der Albrecht-Dürer Berufsschule Düsseldorf. Ein dortiger  Ausbildungslehrgang zur Mediengestaltung  widmete unserer Initiative einen Flyerwettbewerb. So kamen 5 interessante Entwürfe zustande, aus denen eine Variante ausgewählt und in einer Auflage von 5000 Stück gedruckt wurde. Das hervorragend gestaltete neue Faltblatt verdanken wir Lara Pokolm und Dennis Müller. Manuela Dörr stellte das Gesamtkonzept vor und erntete viel Beifall. Es ist nicht auszuschließen, dass die erstaunlichen Mehreinnahmen auch der Verteilung dieses Flyers zu verdanken sind. Aus dem Restbestand sind diesem Schreiben noch einige Faltblätter beigefügt.   

 
Rund drei Stunden stand Seine Exzellenz Dr. Jose Porunnedom anschließend in den künftigen Räumen des St. Hubertus-Kindergartens allen Boystown-Freunden zur Verfügung. Dann nahm der eigens angereiste Verantwortliche der St. Stephanus-Pfarre in Meerbusch Volker Hollender nebst seiner Gattin den Bischof mit nach Meerbusch - ein inzwischen übliches Prozedere. Der sympathische Bischof versprach, die Gemeinde bald wieder zu besuchen, spätestens aber in vier Jahren, wenn es gilt, das vierzigjährige Bestehen unserer Partnerschaft zu feiern. Für dieses Jubiläum stellte der indische Geistliche sogar ein Pontifikalamt in Aussicht. Über einen erneuten Besuch -in welchem Rahmen auch immer- würden sich alle Gemeindemitglieder mit Sicherheit sehr freuen.

Das Boystown-Gästebuch weist nun einige Anmerkungen und Unterschriften mehr auf, womit es allmählich zu einem historischen Dokument wird. Eintragungen wie "Ich finde es wunderbar, dass diese Hilfe über so lange Zeit schon geht." und "Weiterhin viel Erfolg!" zeigen, dass einer künftigen Unterstützung Boystowns nichts im Wege steht.
 
 
2012
 
 
Auch wenn Bischof Jose in diesem Jahr wohl nicht nach Deutschland kommen wird, zeichnet sich eine Gelegenheit des Wiedersehens im Kreis der Freunde unseres Projektes ab.
 
Anlass ist der noch nicht allzu weit zurück liegende Aufenthalt einer jungen Indien-Reisenden im Bundesstaat Kerala. Die Dame wäre möglicherweise bereit, ihre dort gewonnen Eindrücke vor Publikum zu schildern. Sobald der Termin für ein Treffen feststeht, erhalten Sie umgehend eine Einladung.  
 
 
Nunmehr warten wir auf den aktuellen Situationsbericht aus Boystown ergänzt um die Mitteilung des Hilfebedarfes für dieses und das nächste Jahr. Er wird nach Erhalt umgehend auf unserer Homepage eingestellt.
 
 
Abschließend wünschen Bischof Dr. Jose  Porunnedom und ich Ihnen allen ein gutes verbleibendes Jahr 2012 erneut verbunden mit einem herzlichen Dank für die gewährte Unterstützung. Bitte bleiben Sie Boystown auch weiterhin gewogen.
 
 
Herzlichst
Ihr Michael Dörr
 
 
Suchen
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü