2010 - Boystown

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2010

Chronik

 
Namasté!
 
 
 
 
„Ich wünsche Ihnen frohe Weihnachten und ein gnadenreiches neues Jahr und nehme die Gelegenheit wahr, nochmals zu danken für Ihre Unterstützung der Diözese Mananthavady  Sie werden in unser tägliches Gebet eingeschlossen. Die Kinder in Boystown sind Ihnen sehr dankbar, dass Sie ihnen eine Chance gegeben haben, in die Schule zu gehen.“
 
 
So schreibt Bischof Dr. Jose Porunnedom in seinem Weihnachtsbrief. Auch ich wünsche Ihnen mit den nachfolgenden Zeilen ein gesundes und glückliches Neues Jahr.
 
 

Bericht eines ehemaligen Heimbewohners

Auf Bitte eines Freundes unseres Projektes konnte zu Beginn des letzten Jahres mit Herrn Augustine Padinjarekkunnath ein ehemaliger Zögling aus dem Boystown-Heim ausfindig gemacht werden, der einmal rückblickend seinen Aufenthalt in der Einrichtung schildert:  
 
"Lieber Herr Dörr,
ich bin ein ehemaliger Schüler (Student) aus Boystown. Mein Name ist Augustine Padinjarekkunnath. Als Pfarrer Mathew Kattarath Direktor von Boys Town war, bin ich dort Schüler gewesen. In Nadavayal, ungefähr 3o Kilometer von Boystown, bin ich geboren. Wir waren zu sechs Geschwister. Meine Familie war sehr arm und mein Vater konnte nicht alle Kinder zur Schule schicken. Ich hatte das Glück, nach Boystown gehen zu dürfen. Wir waren dort zu 12 Jungen (Schüler). Eine wunderschöne Zeit konnte ich dort von der 4. bis zur 8. Klasse verbringen.

Direktor Mathew Kattarath und alle Schwestern haben uns geliebt, fast wie ihre eigenen Kinder. Obwohl wir weit von zu Hause waren, konnten wir in Boystown gleichsam in einer "familiären Atmosphäre" leben. Hatten wir doch quasi Vater und Mutter und Geschwister. Dabei gab es natürlich auch alles, was es in einer Familie gibt: Freud und Leid, schöne und weniger lustige Zeiten - und manchmal auch Heimweh.

Auch wenn es Freizeit, Sport und Spiel gab, standen die Schule und Lernen, Gebet und Gottesdienst im Mittelpunkt des alltäglichen Tuns. Das Leben und Lernen in Boystown haben mir eine "Vision" für mein weiteres Leben gegeben: ja, ich habe von einem besseren Leben geträumt.
In der 9. und 10. Klasse war ich nicht mehr in Boystown.

Heute wohne ich in Pulpally, 6o Kilometer von Boystown entfernt. Ich bin mittlerweile 44 Jahre alt und verheiratet. Meine Frau Lissy und ich haben zwei Kinder, Jibin und Linda. Jibin hat gerade seine Ausbildung als Krankenpfleger beendet und Linda, unsere Tochter, studiert Bio-Technologie in Bangalore.
Hier in Pulpally habe ich mein eigenes Stückchen Land und einen kleinen Betrieb. Ich führe ein glückliches Familienleben und bin ein glücklicher Ehemann und Familienvater.
Nicht zuletzt verdanke ich dies den Erfahrungen, die ich als Schüler und Bewohner von Boystown machen durfte. So danke ich Gott und allen, die mir ein Leben dort ermöglicht haben, besonders auch dem Bistum Mananthavady. Dankbar bin ich dafür, dass sich wenigstens ein Teil meiner Träume und Wünsche, die ich in Boystown hatte, erfüllt hat.

Meinen Wunsch und auch meine Hoffnung möchte ich weitergeben an alle, die meinen kleinen Bericht lesen werden: dass es vielen Jungen heute - wie mir damals-möglich sein wird, mit der Hilfe von Nah und Fern in Boystown lernen und leben zu können.
Mit Liebe und Dankbarkeit  
Augustine Padinjarekkunnath"

 
 
Bericht

 
 
Vor Ostern erreicht uns der gewohnte Jahresbericht aus Boystown, verfasst von Fr. Sebastian Elemkunnel, dem Direktor des Heimes. Die erwähnten Positionen können auch den auf der Webseite www.boystown.de aufgeführten detaillierten Aufstellungen entnommen werden.
 
 
„Sehr geehrter Herr Dörr,
 
herzliche Grüße aus Boystown. Wir hoffen, dass es Ihnen gut geht und wir beten zu Gott, dass er all Ihre Bemühungen segnet. Dankeschön für die Unterstützung, die Sie unserer Einrichtung gewähren, und auch für das Geschenk, das Sie uns durch unseren Bischof Dr. Jose Porunnedom (650.750 Rupien) zukommen ließen. Das war im letzten Jahr für unser Heim eine große Hilfe.....
 
Uns allen geht es gut. In diesem Jahr haben wir 22 Kinder, die von der LKG (Lower Kindergarten, 3 1/2 Jahre) bis in die 10. Klasse gehen. In der Schule sind 61 Kinder, einschließlich 18 Jungen von Boystown, die aus den ersten 4 Klassenjahrgängen kommen. Von jedem Schüler sammeln wir 100 Rupien pro Monat – die einzige Einnahme der Schule. Wir haben bis jetzt von der Regierung keine (offizielle) Anerkennung der Schule erhalten. Kinder aus der Umgebung können unsere Schule nicht besuchen, weil die Schule keine Erlaubnis besitzt, eine Bescheinigung auszustellen, wenn der Schüler die 4. Klasse absolviert hat. Bitte beten Sie, dass wir eine solche Anerkennung erhalten.
 
Im letzten Jahr konnten wir mit dem Geld, das Sie uns geschickt haben, eine Mariengrotte bauen, die 42.629 Rupien gekostet hat. Wir waren der Meinung, dass die Reparatur des Loches des Gebäudes– wie im letzten Budget erwähnt- etwa 150.000 Rupien kosten würde. Aber dann waren es 260.000 Rupien. Wir kauften eine Waschmaschine für 15.000 Rupien, um die Kleidung der Kinder zu waschen.
 
Wenn wir auf 2010 schauen, so planen wir ein akademisches Jahr, in dem sich die Jungen (im Heim) zusammen mit den Kindern (von auswärts) in den Klassen 1 - 4 aufhalten. Mehr als 30 Kinder werden das dann sein, so dass die täglichen Essenausgaben in die Höhe gehen werden und sich dann wohl auf 200.000 Rupien belaufen; die Personalkosten wurden im Monat um 1.000 Rupien erhöht – die Beihilfe der Schwestern und die Beihilfe zum Gehalt der Lehrer wurden pro Monat um 1.500 Rupien erhöht. In diesem Jahr sollen das Waisenhausgebäude und auch das Schulgebäude gestrichen werden. Die Anstricharbeiten für beide Gebäude werden sich sicherlich auf mehr als 200.000 Rupien belaufen. Die Toiletten und Badezimmer der Kinder sollten repariert bzw. neu möbliert werden: einschließlich der Maurerarbeiten, der Türen usw. werden hier Kosten von mehr als 150.000 Rupien entstehen. Im Esszimmer steht bzw. stehen nicht genügend Teller und auch keine kleine Spülküche zur Verfügung, um dort Gäste zu bewirten: diese Kosten werden auch cirka 150.000 Rupien betragen. Mit all diesen Plänen im Hinterkopf haben wir ein Budget für 2010 aufgestellt: Die Summe, die wir (hierbei) von der CNEWA (Kath. Wohlfahrtsorganisation) erhalten, wird von Jahr zu Jahr zu kleiner. Die Unkosten / Gebühren für die Schulkinder betragen wohl 10.465.750 Rupien (entspricht 16.700 €). Wir müssen irgendeine andere  Lösung suchen.
 
 
 
Wir hoffen und wünschen uns, dass Ihre gute Unterstützung es uns auch 2010 ermöglicht, unsere Pläne zu realisieren. Dafür erbitten wir Ihr Gebet und Ihre finanzielle Unterstützung unserer Einrichtung. So danken wir Ihnen sehr für Ihre finanzielle und geistige Unterstützung. Im täglichen Gebet sind wir einander verbunden. Wir wünschen Ihnen zum kommenden Osterfest den Segen des auferstandenen Herrn, im Namen aller, die in Boystown arbeiten und leben.
 
Mit herzlichen Grüßen
Fr. Sebastian Elemkunnel
Direktor Boystown“
 
 
Auf Grund dieses Schreibens wurde den Verantwortlichen in Boystown die Übernahme des Betrages von 16.700 € durch unseren Missionskreis in Aussicht gestellt.
 
 
Teilung der Diözese

 
 
Zeitgleich informiert Bischof Dr. Jose Porunnedom uns über die Aufteilung
 
der Diözese Mananthavady. Nunmehr gibt es in Karnataka einen neuen Bischofssitz. Msgr. George Njaralakatt, uns durch seine früheren Besuche in Reuschenberg ebenfalls bestens bekannt, der ehemalige Generalvikariar der „alten“ Diözese Mananthavady, ist der Bischof der neuen Diözese. Er wurde am 7. April in Mysore geweiht.

 
Aktion Messstipendien

 
 
Für die Bestellung einer Messe in St. Elisabeth und St. Hubertus wird ein Betrag von 5 € erbeten. Erfreulicherweise kommt es hier regelmäßig zu Mehreinnahmen. Aus dem so im Jahr 2009 zusätzlich eingenommenen "Messstipendien", wurde Boystown nun eine Summe von 360 € zuteil.
Als "Gegenleistung" waren in Indien dementsprechend 72 Messen (à 5 €) für die jeweiligen Besteller zu lesen. Dieses Prozedere geht auf einen Wunsch unseres Pastors Herrn Michael Tewes zurück, dem wir für seine Anregung herzlich danken.
   
 
Der Sekretär des Bischofs Fr. Joseph Nedumkallel aus Mananthavady hatte auf Bitte von Bischof Dr. Jose Porunnedom im Hinblick auf dieses Anliegen wie folgt geantwortet: "Unser Bistum freut sich sehr, das Messstipendium von 360.- Euro zu übernehmen. Wir interessieren uns sehr für diese Aktion. Wir werden die Messen im Namen und Anliegen der "Besteller" lesen. Wir haben hier in Indien sowieso wenig Messstipendien und die Aktion wird eine große Hilfe für unser Bistum sein. Mein Bischof freut sich auch sehr über Ihre Bereitschaft. Vielen Dank!"

 
 
Bischof Jose auf dem Libori-Fest in Paderborn

Im Juli besuchte Bischof Jose auf Einladung des Erzbischofes des Erzbistums Paderborn Hans-Josef Becker das dortige Libori-Fest. In einem Schreiben an die St. Hubertus-Gemeinde dankt er nochmals für die großzügige Unterstützung:

"Sehr geehrter Herr Dr. Dörr,
liebe Grüße aus Indien. Ich hoffe, dass es Ihnen gut geht. Von mir jedenfalls kann ich das berichten, trotz aller Termine und Beschäftigungen. Ich danke Ihnen ganz herzlich, dass Sie Boystown mit den gewünschten 16.700 € unterstützen. Wir wissen Ihre so große Hilfe zu schätzen. Wären doch ohne Hilfen so manche Projekte bei uns nicht zu finanzieren und so auch nicht durchführbar. Ich schicke Ihnen als kleines "Dankeschön" ein paar Bilder, die die Kinder von Boystown gemalt haben. Ihnen und auch Herrn Pfarrer Sebastian geht es gut. Sie waren ganz froh und glücklich als sie von Ihrer Bereitschaft, das Projekt zu unterstützen, gehört haben.
 
Momentan bin ich auf Kurzbesuch in Deutschland. Ich bin vom Erzbischof von Paderborn eingeladen worden, am diesjährigen Libori-Fest teilzunehmen. Ich freue mich schon, einen solchen katholischen Brauch kennen zu lernen und daran teilnehmen zu können. Leider bleibe ich nur für knapp zwei Wochen. So tut es mir leid, dass ich Sie nicht besuchen kann. Doch sind wir im Gebet und der Liebe Jesu Christi einander verbunden.
Ich wünsche Ihnen alles Gute und Gottes reichen Segen. Und vor allem: noch einmal ein "Vergelt's Gott", vielen Dank für alles, worin Sie uns geholfen und großherzig unterstützt haben.
 
Ihr
 
Jose Porunnedom
 
Bischof“
 
 
Als kleines Dankeschön für Sie liegt eine der übersandten Originalzeichnungen diesem Schreiben bei.
 
Etat

 
 
Da wir Bischof Jose die angesparte Summe bei dessen diesjährigem Besuch persönlich überreichen möchten, gingen im letzten Jahr keine Gelder nach Indien. An Einnahmen verzeichneten wir 2010:
 
 
Einzelspenden              6397,18 €
 
sonstige Einnahmen     1307,86 €
 
Zinsen                                          37,37 €
 
Gesamt                         7742,41 €
 
 
Durch Auflösung eines Missionskontos und Aufteilung von Spenden aus dem Opferstock „Mission“ erhielten wir 1007,86 €. Die Frauengemeinschaft steuerte erneut 300 € bei. Außerdem ging unserer Initiative anlässlich einer Geburtstagsfeier ein vierstelliger Betrag zu. Ein weiterer Spender stiftete eine Summe in gleicher Höhe.    
 
 
Für all Ihre Spenden bedanke ich mich im Namen aller Verantwortlichen und vor allem der im Heim betreuten Kinder auch in diesem Jahr ganz herzlich. Die Spendenbescheinigungen werden – soweit sie Ihren Wünschen gemäß nicht bereits übersandt wurden - Ihnen in nächster Zeit wieder separat über das Pfarrbüro zugestellt. Herzlichen Dank in diesem Zusammenhang wieder an Frau Renate Breuer, die Boystown seit Jahren in bewährter Art und Weise als Bindeglied zwischen mir und der Geistlichkeit betreut.   
 
Dankend erwähnen möchte ich außerdem erneut die von der Zweigstelle Reuschenberg der Sparkasse Neuss  unentgeltlich geleistete Kontoführung.

 
 
2011

 
 
Wir werden alsbald einen professionell gestalteten Flyer zu Boystown in hoher Auflage kostenfrei zur Verfügung haben. Es handelt sich hierbei um eine Schüler-arbeit der Albrecht-Dürer-Berufsschule Düsseldorf. Das Faltblatt wird auch dem nächsten Pfarrbrief beiliegen. Weitere Bestellungen nehme ich gerne entgegen.
 
 
Anhand aller verfügbaren Unterlagen aus den letzten 30 Jahren und dem reichhaltigen Erfahrungsschatz von Herrn Franz Bellenberg wird über Boystown außerdem zurzeit eine Ausarbeitung gefertigt, auf die wir sehr gespannt sind. Der jungen Autorin, die möglicherweise im Herbst auch die Situation in Indien sozusagen vor Ort in Augenschein nehmen kann, wünschen wir viel Erfolg.    
 
 
Zu unserer großen Freude wird uns in diesem Jahr auch Bischof Jose wieder
 
besuchen und zwar am Samstag, den 18.
 
Juni. Bitte merken Sie diesen Termin
 
schon vor.
 
 
 
Herzlichst
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Näheres vermag ich Ihnen sicher im April / Mai mitzuteilen. Dann wird auch die offizielle Einladung erfolgen.
 
 
Bischof Jose schreibt zu seiner beabsichtigten Visite in dem eingangs bereits zitierten Brief:
 
„...Im Juni 2011 werden wir uns in Neuss
 
treffen. Ich freue mich sehr darauf. Ich danke Ihnen im Voraus. Ihnen alles Gute und viel Gottessegen.
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Ihr Jose Porunnedom
 
Bischof“
 
 
Dem vermag ich mich mit den nochmaligen besten Wünschen für dieses Jahr und einem herzlichen „Vergelt’s Gott“  für die breite Unterstützung nur anzuschließen.

Herzlichst
Ihr Michael Dörr

 
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