2004 - Boystown

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2004

Chronik
„Der wahre Reichtum eines Menschen ist das, was er anderen Gutes getan hat.“
Mahatma Gandhi, indischer Staatsmann (1869-1948)

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde von St. Hubertus-Boystown,
 
herzlich willkommen zur alljährlichen Jahreschronik mit vielen erfreulichen Neuigkeiten aus und über Boystown.
Bischofsweihe 2004

Die Diözese Mananthavady hat einen neuen Bischof: Nachfolger von Bischof Emmanuel ist seit dem 18. März 2004 Bischof Dr. Jose Porunnedom. Er wurde 1982 zum Priester geweiht, ist 48 Jahre alt und spricht fließend deutsch. Selbstverständlich hat die Gemeinde auch gratuliert und am 15. Mai 2004 schriftlich alles erdenklich Gute und Gottes Segen für die neue interessante, wichtige und schöne Tätigkeit gewünscht.
Das Antwortschreiben ließ nicht lange auf sich warten. Am 11. Juni 2004 schrieb der Bischof:
 
„Lieber Herr Dörr,
 
ich habe Ihren Brief vom 15. Mai erhalten, den Sie im Auftrag des Arbeitskreises Weltkirche des PGR St. Hubertus in Neuss anlässlich meiner Bischöflichen Heiligung geschrieben haben.
Ich danke Ihnen ganz herzlich für den Brief und für Ihre Gebete. Der Gedanke, dass viele Menschen für mich beten, gibt mir Mut, die enorme Verantwortung aufzunehmen, eine große Diözese wie Mananthavady zu führen.
Ich nehme diese Gelegenheit wahr, um Ihnen zu danken für die Hilfe, die Ihre Gemeinde Boystown seit mehreren Jahren gewährt. Es ist tatsächlich bewundernswert, dass Sie über die letzten 30 Jahre diese Einrichtung unterstützt haben, wo viele Waisen und Halbwaisen ihre Schulausbildung bekommen, die ihnen ermöglichen wird, eine bessere Zukunft zu haben.
Ich bin wirklich dankbar für Ihre Sorge um diese Einrichtung und für die ganze Finanzhilfe, die Sie ihr geben. ........Ich habe einen Plan Europa im Jahre 2005 zu besuchen. Aber ich muss noch die Zeit und andere Sachen der Reise entscheiden. Sicher werde ich Ihnen lange im voraus Bescheid geben, so dass ich die Gemeinde St. Hubertus besuchen und die heilige Messe feiern und Sie persönlich treffen kann.
Ich kenne Herrn Bellenberg seit ein paar Jahren. Als er Mananthavady besuchte, war ich dort im Hause des Bischofs der Diözesankanzler und Sekretär des Bischofs. Herr Bellenberg hatte mir auch anlässlich der Bischofsweihe geschrieben.
 
Noch einmal danke ich Ihnen für die Gebete und Grüße und freue mich darauf, Sie persönlich in 2005 zu treffen.
 
Mit freundlichen Güßen
 
Jose Porunnedom
Bischof von Manathavady

 
 
Pastor Joseph erneut zu Gast

"Ich freue mich wieder bei Ihnen zu sein und überbringe die herzlichsten Grüße des neuen Bischofs von Mananthavady Jose Porunnedom", so begrüßte der indische Geistliche Joseph Kallunkamakal aus Kranenburg bei Kleve die Besucher des traditionellen Boystown-Gottesdienst am 10. Juli 2004.
Pastor Joseph ist seit Jahren ein gern gesehener Gast in der St. Hubertus-Gemeinde. Er stammt aus der Diözese Mananthavady und besucht das Waisenheim Boystown regelmäßig. Aus berufenem Munde erhielt die Gemeinde somit auch im letzten Jahr Informationen  über die derzeitige Entwicklung der Einrichtung. Gleichzeitig schlug der Geistliche noch einmal eine Brücke zu den Anfängen: Kapuzinerpater Leopold war es, der Anfang der siebziger Jahre 2 Hektar Land im Bundesstaat Kerala erwarb und mit primitiven Mitteln ein Haus fernab der Zivilisation errichtete. Als er nach einigen Jahren das Haus aus gesundheitlichen Gründen abgab und der neu gegründeten Diözese Mananthavady überließ, war man sich einig, mit dem Gebäude ein Domizil für Kinder gefunden zu haben, die sich in sozialer Not befinden. Zu diesem Zeitpunkt gab es in der Umgebung der geplanten Einrichtung bereits drei Mädchenheime, so dass das daraufhin erweiterte und renovierte Haus ausschließlich Jungen ("Boys") aufnahm.
Der Name "Boystown" nimmt aber auch Bezug auf die damaligen New Yorker Straßenkinder, die in Kellern der Häuser von Christen und Geistlichen dieser Großstadt ("Town") ihr nächtliches Domizil fanden und hierdurch kriminellen Einflüssen in geringerem Maße ausgesetzt waren.
 

Erweiterung und Sanierung des Heimes wurden in den achtziger Jahren von unserer St. Hubertus Pfarre massiv finanziell unterstützt. Ein mit 90.000 DM veranschlagter Neubau wurde alleine mit 70.000 DM bezuschusst. Insgesamt dürften zur Unterstützung von Boystown inzwischen fast 150.000 € nach Kerala geflossen sein. Aktuell existiert bereits ein Konzept für eine Schule mit fünf Klassen, die auf dem Gelände des Heimes errichtet  und dann den dortigen 50 Kindern zur Verfügung stehen wird.
Diese Schule war auch ein Thema des Gedankenaustausches nach dem Gottesdienst, zu dem Herr Pfarrer Ring zusammen mit Herrn Pastor Vorspel Indien-Interessierte noch in das benachbarte Pastor-Trimborn Haus einlud. Pastor Joseph erläuterte hierbei rund dreißig Gemeindemitgliedern, dass diese Schule eine wichtige Hilfe für die Kinder darstelle. Sie bräuchten nach deren Errichtung keinen kilometerlangen Schulweg bei Wind und Wetter mehr zurückzulegen und kämen außerdem in den Genuss eines qualitativ hochwertigen Unterrichtes, den die entlegenen staatlichen Schulen nicht anbieten könnten (s. a. NGZ- Berichterstattung vom 20.9.2003). So nahm der indische Geistliche mit großer Freude einen Scheck über 7.500.- Euro an. Diese Summe soll eine Anschubfinanzierung des vorgesehenen Schulneubaus darstellen. Schnell war man sich aber auch einig, diesem Betrag in 2005 ein weitere Spende folgen zu lassen, um die Fertigstellung der Schule zu forcieren.
In freundlicher Atmosphäre berichtete Herr Pastor Joseph im weiteren Verlauf des Abends über die aktuelle Situation in Indien und ging ausführlich auf die vielen Fragen aus dem Auditorium ein: So existiert in Indien die Gleichberechtigung von Mann und Frau nach wie vor nur auf dem Papier. Infolge der Armut sind die Familien oft nur in der Lage, ein oder zwei Kindern eine Ausbildung oder ein Studium zu ermöglichen. Da aber die Mädchen Eltern und Geschwister verlassen und die Jungen später zur Versorgung der Familie herangezogen werden, gelangen auch nur diese in den Genuss einer ausreichenden schulischen und beruflichen Förderung.
Das Kastenwesen prägt auch die religiösen Strukturen und hat daher auch Bedeutung für die Christen. Cirka 17 % der Bevölkerung Keralas also Indiens Süden sind katholisch, im Norden dagegen ist der Hinduismus absolut dominant, hier gibt es demzufolge wesentlich weniger Katholiken.
 
Nach anderthalb Stunden ging ein geselliger und informativer Abend zu Ende. Herr Pastor Joseph verabschiedete sich und fuhr zurück in seine Heimatgemeinde in Nütterden bei Kranenburg. Seine Ausführungen führten bei einigen Gästen zu konkreten Überlegungen, Boystown in den nächsten Jahren einmal einen Besuch abzustatten. Dies zeigt wohl am besten, dass es Herrn Pastor Joseph exzellent gelungen war, die Situation Indiens unter besonderer Berücksichtigung unseres Waisenheimes Boystown fesselnd und anschaulich zu schildern. Wir hoffen auf ein Wiedersehen des sympathischen Geistlichen in diesem Jahr.
 
 
Etat 2004
 
 
Erfreulicherweise haben sich im letzten Jahr die Einnahmen verbessert. Hierzu haben all Ihre großzügigen Dauer- und Einzelspenden maßgeblich beigetragen. Erstmalig erhielten wir übrigens einen aus einer Geburtstagsfeier resultierenden Betrag (300.- €). Ferner spendete das Kabäuske -Team eine Summe von 800.- Euro. Ebenso beteiligte sich die Frauengemeinschaft wieder mit 300.- Euro an unserem Projekt. Aus den Aktivitäten im Rahmen der Corneliusoktav (600.- €) und des Pfarrfestes (500.-€) resultierte die Summe von 1100 Euro.
 
Schließlich erbrachte die Boystown – Kollekte 404,22 Euro. Im Überblick:
 
 
Einnahmen :
 
Einzelspenden              4.693,34 €
 
sonstige Einnahmen      2.604,22 €
 
Zinsen                             109,86 €
 
Gesamt                     7.407,42 €
 
 
Ausgaben :
 
Zahlung nach Indien     7.500,00 €
 
sonstige Ausgaben            15,00 €
 
Gesamt                      7.515,00 €
 
Hinzu kommt eine Zuwendung des Kirchenvorstandes von 71,70 Euro für das leibliche Wohl anlässlich des obigen Empfanges am 10. Juli. Auch soll die von der Sparkasse Neuss geleistete und von Herrn Winkels umgesetzte unentgeltliche Kontoführung an dieser Stelle nicht vergessen werden
 
Ihnen allen, die zu dem guten Resultat in diesem Jahr beigetragen haben, sei im Namen der im Heim lebenden Kinder  ein herzliches „Vergelt’s Gott“ beschieden. Die Spendenbescheinigungen werden ab Mitte Januar  wie gewohnt unaufgefordert separat über das Pfarrbüro zugestellt.
 
Auch in diesem Jahr werden wir den Schulneubau weiter unterstützen.  
 
 
Bitte um Förderung
 
 
Im letzten Jahr habe ich unser Projekt erstmalig auch externen sprich außergemeindlichen Einrichtungen  vorgestellt. Im März hat mich daraufhin u. a. spontan Frau Gisela Welbers, Promotorin der Neusser-Eine-Welt-Initiative e.V. (NEWI), eingeladen. Leider ist eine Mitgliedschaft bei dieser Organisation mit einem entsprechenden finanziellen Beitrag verknüpft. Da die Unterstützung von Boystown jedoch bislang abgesehen von den minimalen Schecktransferkosten gerade keine Overheadkosten beinhaltet und ausnahmslos direkt dem Heim zugute kommt, sehe ich zur Zeit keine rechte Möglichkeit, eine offizielle Kooperation mit der NEWI einzugehen.
 
Am 27. Juli – vor der Kommunalwahl-schrieb ich Herrn Bürgermeister Napp an, um in Erfahrung zu bringen, inwieweit eine finanzielle Förderung unserer Arbeit möglich wäre. Am 18. August beantwortete  Herr Bürgermeister Napp meine Anfrage leider abschlägig, wünschte  „aber gleichwohl einen positiven Fortgang und viel Erfolg in der erstrebenswerten Umsetzung Ihrer Ziele zum Wohl der betroffenen Kinder“.
 
Eine entsprechende Bitte an die missio-Diözesanstelle Köln vom 1. November fand leider ebenfalls nicht die gewünschte  Resonanz. Immerhin erfolgte in dem am 16. November gefertigten Antwortschreiben ein lohnenswerter Hinweis auf das Päpstliche Missionswerk der Kinder in Aachen, dessen prioritäres Aufgabengebiet die Förderung von Waisenhäusern sei. Einen Tag später setzte ich einen Brief an diese Organisation ab – und ...erhielt tatsächlich eine positive Rückmeldung. Herr Dr. Michael Strucken, Referent der Projektabteilung, signalisierte Unterstützungsmöglichkeiten hinsichtlich des Schulneubaus. Zur Entscheidungsfindung werden jedoch noch ein offizieller Antrag, Baupläne und einige andere Unterlagen benötigt, die derzeit zusammengestellt werden. Auf einer Sitzung des Päpstlichen Missionswerkes der Kinder im März d. Jahres wird dann über eine Förderung konkret beraten werden.
 
 
Perspektive
 
 
Herr Bischof Dr. Jose Porunnedom wird sich erfreulicherweise am 28. Mai 2005 in Reuschenberg einfinden und in der St. Hubertus Kirche den Gottesdienst um 17.00 Uhr zelebrieren. Anschließend sind alle Pfarrangehörigen vor allem aber Sie als Adressat dieses Briefes zu einem Empfang in das Pastor-Trimborn-Haus eingeladen.
 
In der Woche zuvor oder aber einige Tage später wird Herr Hollender aus der St. Stephanus Pfarre in Meerbusch-Lank freundlicherweise Wissenswertes aus Mananthavady und Indien anhand eines Lichtbildvortrages vermitteln. Herr Hollender hat etliche Reisen nach Kerala absolviert und ist ein ambitionierter und kompetenter Indien-Kenner, der zudem seine Erfahrungen sehr realistisch und spannend zu vermitteln weiß. Zu seinem Vortrag lade ich ebenfalls bereits jetzt herzlich ein. Der genaue Termin und Ort werden schriftlich und wie üblich auch über unsere Homepage www.boystown.de rechtzeitig bekannt gegeben.
 
 
Ihnen allen wünsche ich ein friedvolles, gesundes und gutes Neues Jahr und verbleibe wie stets
 
herzlichst

Ihr Michael Dörr
 
 
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