2001 - Boystown

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2001

Chronik
"Ich, der kleine Mensch, ausgestoßen aus dem bergenden Dunkel, bin wie ein roter Liebesstrahl in diese Welt geschickt worden.“ Pfarrer Edmund Erlemann,  Propst der Münsterkirche in Mönchengladbach in „Licht vom Licht“.
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde von St. Hubertus-Boystown,

empfinden wir die Ausstrahlung der Kinder unseres Waisenheimes in Kerala nicht ähnlich wie sie in obigem Zitat geschildert wird ?  
Herzlich willkommen zu einem neuen Jahresbericht über unser gemeinsames Boystown-Projekt. Wir blicken zurück auf zwölf ereignisreiche Monate, die ich nachfolgend noch einmal Revue passieren lassen möchte.
Das letztjährige Pfarrfest unserer Gemeinde am Sonntag, den 20.Mai, trug den Titel „Wir fahren um die Welt“ und eignete sich daher vorzüglich, über Boystown und die derzeitige Situation in Indien zu informieren. Zwischen Ständen, die Eine-Welt-Produkte veräußerten und Erzeugnisse aus Russland feilboten, gab es diesmal im "Teezimmer" in fernöstlichem Ambiente Gelegenheit, unser Projekt (noch besser) kennen zu lernen. Die Resonanz war im Vergleich zum Vorjahr sehr erfreulich.

Leider wird es aufgrund der Renovierungsarbeiten in der Kirche mit einer Verlagerung der Messfeiern in das Pastor-Trimborn-Haus  wohl in diesem Jahr kein Pfarrfest geben. Stattdessen ist jedoch eine Präsentation unserer Initiative im Rahmen der dezentralen Landesgartenschau - Euroga 2002 plus - bei  Schloss Dyck und zwar im sog. Kirchengarten vorgesehen. Ich stehe zur Zeit diesbezüglich in Kontakt mit den Verantwortlichen Frau Bongartz und Herrn Clancett. Der Boystown-Stand wird voraussichtlich am Sonntag, den 9.Juni, zu besuchen sein. Gegen 17.00 Uhr ist eine Andacht im Zeichen unseres Projektes vorgesehen. Für diesen Tag wurden mir einige Freikarten avisiert, die Ihnen zur Verfügung stehen werden. Bitte teilen Sie mir einen eventuellen Bedarf frühzeitig mit.
Am Sonntag, den 24.Juni, war dann sicherlich der Höhepunkt unserer Beziehungen nach Indien im letzten Jahr zu verzeichnen. Herr Bischof Emmanuel Pothanamuzhy, in dessen Diözese unser Waisenheim Boystown liegt, beehrte uns mit seinem Besuch. Am 23. Juni gegen 17.00 Uhr traf der hohe Würdenträger auf dem Bahnhof in Düsseldorf ein. Zuvor hielt er sich in Bonn und in einem Konvent in Köln auf. Bei einem gemütlichen Abendessen in privatem Kreis erwies sich der Bischof als  freundlicher und interessierter Gast. Auch über die Situation in Kerala und Indien wußte er viel zu berichten. Nach Übernachtung im Benediktinerinnen-Kloster Kreitz in Holzheim/Neuss zelebrierte er dann in der St. Hubertus Kirche in Neuss-Reuschenberg unter Mitwirkung von Herrn Pfarrer Ring und Herrn Pastor Joseph Kallunkamakal aus Kleve, der dankenswerterweise die Ausführungen des Bischofs übersetzte, einen Festgottesdienst. In seiner Ansprache dankte der Bischof für die bislang gewährte Unterstützung und betete für unsere Pfarre. Herrn Pfarrer Ring gelang es, in seiner Predigt den Bogen von Johannes dem Täufer, dessen Hochfest an diesem Tag begangen wurde, über die Zwiespältigkeit schöner und schlechter Zeiten bis hin zu dem besonderen Anlass des Gottesdienstes, dem mehr als zwanzigjährigen Bestehen unserer Indien-Partnerschaft zu spannen. Über 100 Gemeindemitglieder und Gäste nutzten die Möglichkeit, sich anschließend bei Sekt und Orangensaft im Pastor-Trimborn-Haus über unser Projekt zu informieren.

Herr Bischof Emmanuel dankte der St. Hubertus-Pfarre und Herrn Pastor Ring für die langjährige freundliche Unterstützung des Waisenheimes. Alle Interessenten seien zudem recht herzlich nach Indien eingeladen, eine Reise dorthin sei inzwischen sehr preiswert, auch gesundheitliche Probleme seien nicht zu erwarten- wenn man das dortige Wasser nicht zum Trinken oder Kochen nutze.  
Anschließend wurde dem Bischof ein Scheck über 25.000.- DM überreicht. Dieser Betrag gewährleistet die Betreuung der Kinder über ein Jahr und deckt außerdem die Unterhaltungs- und Reparaturkosten des Heimes in nächster Zeit. Er resultiert neben den Erlösen aus Gemeindeaktivitäten vor allem aus Ihren treuen Spenden, wofür ich Ihnen auch im Namen des Bischofs und der uns anvertrauten Kinder bereits an dieser Stelle ganz herzlich danken möchte. Herr Bischof Emmanuel zeigte sich hocherfreut und versprach in diesem Zusammenhang, auch dafür Sorge zu tragen, dass unsere Pfarre baldmöglichst wieder aktuelle Fotos der von diesem Betrag profitierenden Kinder sowie weitere Informationen über Boystown erhält.  
Bischof Emanuel und Pastor Joseph gaben anschließend in vielen persönlichen Gesprächen Auskunft zu der Situation in Indien, erzählten so manche interessante Begebenheit aus der Diözese Mananthavady und gingen vor allem auf die Bedürfnisse der derzeit im Boystown-Heim untergebrachten 50 Kinder ein. Die Kinder und Jugendlichen dort werden zur Zeit von drei Vinzentinerinnen betreut. Der Schulweg beträgt 4 km und muss in Wind und Wetter - vor allem aber auch zur gefürchteten Sommer-Monsun-Zeit zu Fuß zurückgelegt werden.  

Viel zu schnell hieß es dann Abschied nehmen von Herrn Bischof  Emmanuel, der unsere Gemeinde gegen 14.00 Uhr in Begleitung von Herrn Pastor Joseph wieder verließ.  
Ein herzliches Dankeschön auch an dieser Stelle noch einmal allen, die bei der Gestaltung des Besuches des Bischofs geholfen haben.  
Tatsächlich traf dann auch Anfang Oktober erneut Post aus Indien und zwar aus Boystown direkt in Form eines reichhaltigen Informationspaketes ein, das unter anderem die Lebensläufe aller in Boystown derzeit wohnenden Kinder und Jugendlichen einschl. Fotografien enthielt.  
Herr Kunnath, der Leiter und Direktor des Waisenheimes, merkt hierzu in seinem ausführlichen Begleitschreiben an, dass zur Zeit 51 bedürftige Kinder in Boystown untergebracht sind; hiervon 27 Katholiken.
Alle stammen aus schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen; 31 Kinder haben nur noch Kontakt zu einem Elternteil bzw. Mutter oder/und Vater verloren. Die Betreuung stellen 3 Vinzentinerinnen sicher. Katholischer Religionsunterricht ist ein Pflichtfach. Herr Kunnath lädt alle interessierten Gemeindemitglieder herzlich in die Diözese Mananthavady ein. Vor allem im Sommer lohne sich ein Besuch.
Hieran anknüpfend und angesichts der Tatsache, dass sich bereits im letzten Jahr einige von Ihnen nach entsprechenden Reisemöglichkeiten einschließlich eines Besuches von Boystown erkundigt haben, möchte ich ganz herzlich zu einer
Informationsveranstaltung
zum Thema „Indien“  

am Montag, 4.2.2002, 19.30 Uhr
im Pastor-Trimborn-Haus
Lupinenstr. 149
Neuss-Reuschenberg

 
einladen.

In den Personen von Frau Demuth und Herrn Lück aus Neuss konnten profunde Indien-Kenner als Referenten für diesen Abend gewonnen werden. Beide werden voraussichtlich auch Lichtbilder präsentieren. Über eine rege Teilnahme würde ich mich freuen – schließlich gibt es nicht oft Gelegenheit sich einmal im Kreise der Indien-Interessierten aus unserer Pfarre zu treffen und zusätzlich landesspezifische Informationen aus erster Hand zu erhalten.Die Sendung von Herrn Kunnath habe ich mit großer Freude entgegengenommen, entspricht sie doch einem umfassenden Situationsbericht aus Boystown, von dem wir lange zehren werden.

Mit diesem Schreiben erhalten Sie die Biographie eines bestimmten, in Boystown-St. Hubertus lebenden Kindes. Jeder Lebenslauf wird nur einem einzigen Spender überlassen. Hiermit bekommen Ihre Gebete und Bemühungen um Boystown und die dort lebenden Menschen nun auch einen individuellen persönlichen Bezug.  
In diesem Zusammenhang bedankt sich Herr Kunath noch einmal ausdrücklich für die im letzten Jahr seitens der Pfarre St. Hubertus gewährte großzügige Hilfe.
Diese bestand - auch auf Ihren Wunsch – in Weitergabe eines großen Teiles unseres angesparten Guthabens. Zur Unterstützung von Boystown-St. Hubertus erhielt Bischof Emmanuel, wie oben bereits ausgeführt, 25.000.-DM. Die sonstigen Zahlen:  

Einnahmen :  
Einzelspenden      6.580,00 DM
sonstige Einnahmen 2.131,00 DM  
Zinsen             1.098,78 DM
9.809,78 DM

Ausgaben :
Zahlung nach Indien    25.000,00 DM
sonstige Ausgaben         531,00 DM
25.531,00 DM

Das jährliche Spendenvolumen war leider trotz einer forcierten Öffentlichkeitsarbeit, bestehend aus zwei Berichten in der NGZ und Kirchenzeitung, Mitteilungen im Pfarrbrief und Schaukasten sowie entsprechenden Informationen und Fotos auf unserer Homepage (mit mehr als 1100 Zugriffen im letzten Jahr), erneut rückläufig.  
Die durch den Besuch des Bischofs entstandenen Unkosten in Höhe von 531,00 DM wurden dankenswerterweise in toto vom Kirchenvorstand übernommen. Zudem steuerten der Pfarrgemeinderat 1000.- DM und die Frauengemeinschaft 600.- DM aus Erlösen einzelner Gemeindeaktivitäten bei, wofür ich allen Beteiligten ebenfalls meinen herzlichen Dank ausspreche.

Ihnen allen, die durch Gebete, Anteilnahme sowie finanzielle Unterstützung den uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen bisher so umfassend helfen konnten, auch im Namen von Herrn Bischof Emmanuel Pothanamuzhy, der uns allen erst vor drei Wochen seine herzlichen Weihnachts- und Neujahrsgrüße übermittelte, ein ganz herzliches Vergelt’s Gott.

In der Hoffnung, Sie am 4. Februar im Pastor-Trimborn-Haus und im Juni im Kirchengarten der Landesgartenschau begrüßen zu können, verbleibe ich
herzlichst  
Ihr Michael Dörr
 
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