1999 - Boystown

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1999

Chronik
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde von St.Hubertus-Boystown!

Sie erhalten nachfolgend noch einmal von mir einen Bericht über ein Boystown-Jahr. Nach 18 Jahren das letzte Mal. In 1982 übernahm ich die Kontaktstelle von Herrn Diakon Alois Gehrmann. Ich meine, es ist Zeit, die ehrenvolle Aufgabe in neue Hände zu legen. Dank der Unterstützung der Einzelspender, die zum Teil über die gesamte Zeit der guten Sache treu geblieben sind, und der vielen Helfer, die durch ihre Aktivitäten in der Pfarre immer wieder die Boystown-Kasse aufgebessert haben, war es für mich ein Ansporn, bei der Stange zu bleiben und den Kontakt nach Indien zu pflegen. Durch dieses gemeinsame Bemühen konnten wir eine kontinuierliche Unterstützung sicherstellen.
Wir haben seit 1983 DM 338.000,- dem Bischof von Mananthavady in Kerala insbesondere für Boystown aber auch für andere soziale Maßnahmen, z.B. eine Hausbau-Aktion, zur Verfügung stellen können.Bis 1995 war es Bischof Jacob Thoomkuzhy, der heute Erzbischof der größten Diözese Indiens mit 410.000 Katholiken in Trichur ist. Er war der erste Bischof der Diözese Mananthavady. Meine Frau und ich konnten uns 1991 selbst davon überzeugen, welch große Arbeit Erzbischof Jacob mit seiner Mannschaft geleistet hat.

Stellvertretend für viele Einrichtungen, die wir begutachten konnten (Kinderheime, Schulen, Krankenstationen, Priesterseminar, Exerzitienhaus), sei besonders angeführt die Gründung eines Frauenordens durch Erzbischof Jacob, die Kristodasi-Schwestern, der damals bereits 80 Ordensschwestern (die älteste 43 Jahre!) und 70 Novizinnen und Postulantinnen aufwies. Alle standen in sozialen Diensten oder wurden darauf vorbereitet. Erzbischof Jakob, eine überzeugende Persönlichkeit. Wir erinnern uns auch gerne an seine verschiedenen Besuche in Neuss. Der Besuch in der Diözese Mananthavady, besonders mit der herzlichen Aufnahme in Boystown, war für mich der Höhepunkt in der Arbeit für Boystown. Nachfolger von Erzbischof Jacob ist Bischof Emmanuel Pothanamuzhy, der im letzten Jahr schon zum zweiten Mal bei uns zu Gast war.

Die Ordnung, Sauberkeit und vor allem die Fröhlichkeit, die wir 1991 dort angetroffen haben, war überzeugend für einen hohen Standard, der im Hause gepflegt wurde. Allein die künstlerischen Darbietungen, die uns zu Ehren von den Kindern geboten wurden, haben uns sehr beeindruckt. Inzwischen ist mit unserer Hilfe ein neues Heim entstanden. Von der Notwendigkeit konnten wir uns bei unserem Besuch ebenfalls überzeugen. Wir sahen die letzten Reste der alten, ausgedienten Lehmhütten und die ersten Bauteile in massiver Bauweise. Dank des selbstlosen Einsatzes des Personals (Personalkosten nahe 0) und des hohen Wertes der DM betragen die laufenden Kosten im Jahr pro Heimkind lediglich ca. DM 500,-. Ein für uns unvorstellbares Kosten/Leistungs-Verhältnis, woraus sich ableiten läßt, von welch hoher Effektivität unsere jährlichen Zahlungen sind.

Bischof Emmanuel Pothanamuzhy konnte anläßlich seines bereits erwähnten Kurzbesuchs in unserer Pfarre Ende Juli - es standen ihm leider nur rd. 4 Stunden im Rahmen seines straffen Europa-Programms zur Verfügung - über Boystown berichten. Kinder und Schwestern seien wohlauf. Es gäbe keine Probleme nicht zuletzt auch dank unserer Unterstützung. Auch in seinem Weihnachtsschreiben dankt der Bischof allen Helfern in der Pfarre St. Hubertus für die Arbeit und Hilfe zu Gunsten des Heimes und den Kindern in Boystown St.Hubertus. Er erbittet für uns Gottes Segen. Diesem Dank schließen wir alle vom Arbeitskreis uns an. Nur durch die Unterstützung vieler konnten wir helfen.Nun zu meinem Abschied: Ich blicke in Dankbarkeit zurück auf die 18 Jahre, in denen ich mich mit Boystown beschäftigen durfte. Ich habe in der Pfarre viel Unterstützung gefunden und habe gute Kontakte nach Indien pflegen können. Es sind durchweg wunderbare Menschen. Auch mir persönlich haben diese Kontakte sehr viel gebracht.
Als für mich herausragendes Erlebnis muß ich nochmals den Besuch in Indien in 1991 anführen.

Natürlich befällt mich auch etwas Wehmut, wenn ich mich jetzt von meiner bisherigen Aufgabe löse. Ich meine aber, daß es nach einer solch langen Zeit angebracht ist, wenn ein neuer Wind in die Partnerschaft bläst. Auch neue Impulse können ihr guttun. Mein Rücktritt fällt mir um so leichter, weil ich davon überzeugt bin, daß mein Nachfolger die besten Voraussetzungen hat, um die Arbeit mit Engagement fortzusetzen. Es ist Herr Dr. Michael Dörr, Enzianstr. 17a, 41466 Neuss (Tel. 463848). Herr Dr. Dörr ist - so meine ich - als Arzt besonders prädestiniert, eine solche dem Wohle heranwachsender Kinder in einer für unsere Verhältnisse nicht besonders hoch entwickelten Umgebung zugewandte Aufgabe zu erfüllen. Sie hat sich schon - in Fortführung ihres Engagements in ihrem bisherigen Wohnort Iserlohn - in die Kinderseelsorge der Pfarre eingebracht. Ich kann mit gutem Gewissen sagen: ein Gewinn für die Pfarre. Ich habe Herrn Dr. Dörr jede Unterstützung in Sachen Boystown zugesagt und wünsche ihm von ganzen Herzen, daß er das Anliegen Boystown mit Erfolg weiterführt. Alle Verantwortlichen und die bisherigen Spender bitte ich weiterhin treu zu Boystown zu stehen und der Verantwortung, die wir seit mehr als 20 Jahren übernommen haben, unvermindert gerecht zu werden. Bleiben auch Sie bitte dabei. Es lohnt sich. Gottes Segen dazu!

Mit freundlichen Grüßen
gez. Franz Bellenberg
 
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